Wie Sport dabei hilft den Appetit zu zügeln

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Essen nach dem Training und eine gesunde und ausgeglichene Ernährung sind unentbehrlich. Allerdings erleben viele ein ständiges Hungergefühl – die Folgen sind oft Übergewicht. Aber woher kommt Hunger?

Hunger ist ein komplexes Phänomen. Reguliert wird das Hungergefühl durch Neurotransmitter, die im Hypothalamus produziert werden und Ihrem Gehirn mitteilen, ob Sie hungrig oder gesättigt sind. Diese Neurotransmitter wiederum erhalten die Information von verschiedenen Hormonen, hauptsächlich Insulin und Leptin.


Es kann passieren, dass dieser natürliche Vorgang aus der Kontrolle gerät und der Informationsfluss gestört ist. Die Folgen sind meistens ein ständiges Hungergefühl, übermäßiges Essen und Gewichtszunahme. Wissenschaftler vermuten, dass diese Signalstörung durch Entzündungen der Zellen verursacht werden können.


Sie möchten abnehmen, ohne Hunger zu haben? Ja, das geht: Treiben Sie Sport, anstatt nur Kalorien zu zählen. Sport fungiert als natürlicher Appetitzügler. Wir erklären Ihnen, wie:


Regelmäßiger Sport kann dazu beitragen eine mögliche Leptin Resistenz zu beheben und Entzündungen zu linderni. Der natürliche Informationsfluss, der Ihrem Gehirn mitteilt, dass Sie gesättigt sind, wird dadurch wiederhergestellt.


Verschiedene Studien haben erforscht, welchen Effekt Sport auf zwei weitere Hormone hat, die unser Hungergefühl beeinflussen: Ghrelin, ein appetitanregendes Hormon und Peptid YY, welches ein Sättigungsgefühl vermittelt und den Appetit zügelt.


Wie es scheint, führt Sport dazu, dass die Ghrelin Konzentration in unserem Körper sinkt, während die Konzentration von Peptid YY ansteigt. Dieser Effekt konnte allerdings nur nach einem sehr intensiven Workout nachgewiesen werden. Je intensiver das Training, desto länger hielten die Effekte jedoch auch an. 


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Die gute Nachricht: Körperliche Aktivität hebt die Konzentration einiger langfristig wirkenden Appetitzügler-Hormonen, wie zum Beispiel Insulin und Leptin. Um diese natürlichen Appetitzügler zu fördern, müssen Sie allerdings regelmäßig trainieren: regelmäßige Workouts stimulieren diejenigen Neurotransmitter, die das Hungergefühl unterdrücken. In anderen Worten, je mehr Sport Sie treiben, desto besser funktionieren Ihre natürlichen Hungersignale – was meistens dazu führt, dass Sie weniger Appetit haben.


Da sind allerdings nicht die einzigen Gründe, weshalb Sie regelmäßig intensiv trainieren sollten: Weitere Studien haben ergeben, dass intensives Training (egal wie kurz) nicht nur die aerobe Fitness, sonder auch den allgemeinen Gesundheitszustand (Blutdruck, Insulinproduktion) verbessert. Die Intensität macht den Unterschied: ein längeres, moderates Training hat weniger positive Effekte auf unseren Körper als ein kurzes intensives.


Hier noch einmal zusammengefasst, was Sie beachten müssen, wenn Sie mit Sport das Hungergefühl unterdrücken möchten:


1. Intensität

Intensives Training vermindert den Appetit effektiver als moderate Workouts.


2. Dauer

Je länger Sie trainieren, desto länger braucht Ihr Körper um sich zu erholen und desto länger dauert es, bis der Hunger wieder aktiviert wird.


3. Häufigkeit

Je öfter Sie lange und intensiv trainieren, desto besser reagiert der Körper auf diese Appetitzügler-Hormone.


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Quellen:


Reseland, JE et al. (2001). Effect of long-term changes in diet and exercise on plasma leptin concentrations. The American Journal of Clinical Nutrition, 73(2), 240-245.


Alajmi N. Appetite and Energy Intake Responses to Acute Energy Deficits in Females versus Males. Med Sci Sports Exerc.2016 Mar;48(3):412-20. 


Thackray, AE et al. Exercise, Appetite and Weight Control: Are There Differences between Men and Women? Nutrients. 2016 Sep; 8(9): 583.

 

B Perry Appetite regulation and weight control: the role of gut hormones - NatureNutrition and Diabetes (2012) 2, e26


Blundell JEet al. Physical activity and regulation of food intake: current evidence.

Med Sci Sports Exerc.1999 Nov;31(11 Suppl):S573-83.

 

 

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