Ist die 10.000-Schritte-Regel nur ein Mythos?

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Zählen Sie auch zu den vielen datenbesessenen Aktivitätsbeobachtern, die Ihren Schrittzähler oder Fitness-Tracker religiös überprüfen? Fühlen Sie sich schuldig, wenn Sie am Ende eines langen Tages nicht 10.000 Schritte gelaufen sind? Dann lesen Sie weiter.

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In diesem Jahr berichtete The Guardian, dass bis 2020 über 500 Millionen Menschen Schrittzähler tragen werden. Diese unglaubliche Zahl spiegelt ein größeres Gesundheitsbewusstsein, den Wunsch, länger zu leben und die allgemeine Beliebtheit der neuen Gadgets wieder. Die "10.000-Schritte-pro-Tag-Regel" wurde in den letzten Jahren in der Welt der Fitness und Gesundheit eingeführt - wir alle wollen diese magische Zahl alle 24 Stunden erreichen. Aber ist es wirklich notwendig, mindestens 10.000 Schritte pro Tag zu laufen? Wir erklären Ihnen, was die Wissenschaft dazu zu sagen hat - Entscheiden Sie selbst.


10.000 Schritte: Fakt oder Fiktion?

Um die 10.000 Schritte-Regel wirklich zu verstehen, ist es notwendig, sich ihre Ursprünge anzusehen. Die Idee entstand aus einer wirklich launischen (aber sehr erfolgreichen) japanischen Marketingkampagne Mitte der 1960er Jahre. Ziel war es, Begeisterung für die Olympischen Spiele 1964 in Tokio zu erwecken. Die japanische Firma Yamasa entwarf den ersten tragbaren Schrittzähler namens "manpo-kei", was so viel bedeutet wie "10.000-Schritte-Meter". Hinter dieser Zahl verbarg sich keine Forschung - das Unternehmen wählte die Zahl nur als Indikator für einen gesunden Lebensstil. 10/10 Punkte für Einfallsreichtum und Kapitalgewinn. 0/10 Punkte für Grundlagenforschung und Recherche.


Keine wissenschaftliche Grundlage

Laut Professorin Catrine Tudor-Locke, die einen Artikel über die Berichterstattung der Medien über das Phänomen geschrieben hat, ist der Ursprung des 10.000 Schritte-Tagestrends auf japanische Laufclubs und einen Geschäftsslogan zurückzuführen. Um es noch einmal zu betonen, es steckt kein bisschen wissenschaftliche Grundlage hinter diesem Konzept.

Wenn aber Gehen gut für uns ist, was ist dann so falsch an der 10.000-Schritte-pro-Tag-Regel? Erstens, die Stichprobengruppe. Die Idee wurde erstmals in den 1960er Jahren in Japan eingeführt – Inzwischen befinden wir uns im Jahr 2019 und viele unserer Essgewohnheiten haben sich verändert. In den 60er Jahren aß die japanische Bevölkerung eine weniger kalorienreiche Ernährung mit weniger tierischen Fetten. Mit weniger Autofahrern waren sie auch wahrscheinlich weitaus mehr zu Fuß unterwegs als heute. Seit den 1960er Jahren hat sich die Verfügbarkeit des Verkehrs deutlich verbessert, so dass selbst die gesundheitsbewusstesten Menschen weniger Möglichkeiten haben, körperlich aktiv zu werden.


Vorteile der Regel

Die Vorteile des Gehens sind vielfältig: Erhöhte Knochendichte, geringere Fettleibigkeit, verbesserte Herzfrequenz, mentales Wohlbefinden und Allround-Fitness sind nur einige davon. Dennoch können 10.000 Schritte pro Tag für einige unerreichbar sein - und für andere etwas irreführend.

Es gibt so viel Forschung, die zeigt, wie selbst sanfte Bewegung wie tägliche, lebhafte Spaziergänge den allgemeinen Gesundheitszustand von Millionen Menschen verbessert haben. Aber egal wie sehr wir uns auch bemühen, irgendwann hindert uns unsere Work-Life-Balance daran, dieses Ziel zu erreichen. Das Festlegen eines eigenen persönlichen Leitfadens oder einer Referenzlinie, wie viele Schritte pro Tag erreichbar sind, ermöglicht es Ihnen, Ihre eigenen Ziele zu setzen und nicht enttäuscht zu sein, wenn Sie nicht jeden Tag die hochgelobten 10.000 Schritte erreichen können. Wenn Sie sich selbst ein persönliches Ziel setzen, wird es auch weniger wahrscheinlich sein, dass Sie komplett aufgeben, sich ausreichend zu bewegen.


Wie viele Schritte sollten wir pro Tag gehen?

Eine durchschnittliche Person läuft um die 100 Schritte pro Minute. Um 10.000 Schritte pro Tag zu erreichen, müsste man 100 Minuten laufen. Für viele, die in Büros oder Jobs arbeiten, die nicht viel Bewegung erfordern, kann dies unerreichbar sein. Tatsache ist, dass wir uns von der konkreten Zahl 10.000 befreien müssen. Es handelt sich dabei mehr um ein cleveres Konzept, das auf einen finanziellen Gewinn abzielt, als um eine wissenschaftlich fundierte und sinnvolle Regel. Wenn wir jedoch die Zahl 10.000 aus unseren Köpfen streichen, ist die Idee an sich ausgezeichnet - etwas Bewegung ist besser als keine - Sie müssen sich nur nicht von all diesen Nullen stressen lassen, um Ergebnisse zu erzielen.


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