Können Lebensmittel Kopfschmerzen verhindern (oder hervorrufen)?

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Die genaue Ursache von Migräne ist bis heute unbekannt. Ärzte und Wissenschaftler sind sich jedoch einig, das kurze Veränderungen der Gehirnaktivität eine Rolle spielen. Diese beeinflussen Blutgefäße und Nervensignale. Die Folge: Pulsierende Kopfschmerzen, die manchmal tagelang andauern.

Eine Migräne kann durch viele Faktoren hervorgerufen werden, wie zum Beispiel Medikamente, Veränderungen im Hormonhaushalt oder Schlafmangel. Aber hätten Sie gedacht, dass auch die Ernährung eine Rolle spielt? Bei rund 10% der der Betroffenen sind Lebensmittel der Auslöser von Migränen.


Jedoch reagieren nicht alle Menschen gleich intensiv auf bestimmte Lebensmittel. Reaktionen können bereits eine halbe Stunde nach der Nahrungsmittelaufnahme auftreten, bei manchen dauert es allerdings bis zu 72 Stunden. Aus diesem Grund ist es schwer, die kopfschmerzerzeugenden Lebensmittel zu identifizieren. Es wird daher empfohlen, ein Ernährungs-Tagebuch zu führen, in dem Uhrzeiten, verzehrte Lebensmittel und Kopfschmerzsymptome aufgezeichnet werden.


Das Ganze funktioniert so: Zu Beginn steht eine konservative Ernährung (eine, die keine der Lebensmittel der unten aufgeführten Liste enthält). Alle drei Tage wird ein weiteres Lebensmittel hinzugefügt und beobachtet, ob sich die Migränesymptome in irgendeiner Weise verändern. Diese Methode dauert zwar eine Weile und verlangt absolute Einhaltung der Regeln, ist aber letztendlich wirklich effektiv.


Jeder ist unterschiedlich, aber es gibt einige Lebensmittelgruppen, die eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, Migränen auszulösen, als andere. Die Einteilung erfolgt auf Grundlage ihrer Sensibilitätsähnlichkeit (Beispiel: Menschen, bei denen Rotwein Migräne auslöst, bekommen meistens auch von Schokolade Kopfschmerzen). Die folgenden Lebensmittelgruppen sind dafür bekannt, Migräne auszulösen:


Koffein und ähnliche Wirkstoffe

Das Aufputschmittel Koffein kann die Wirksamkeit von migränebehandelnden Medikamenten beeinflussen. Daher sollten Sie Ihren Koffeinkonsum einschränken und möglichst konsistent halten.


Lebensmittel mit hohem Tyramingehalt

Tyramin ist ein natürliches Abfallprodukt der Proteinspaltung. Je älter Lebensmittel sind (insbesondere proteinreiche), desto höher ist ihr Tyramingehalt. Lebensmittel sollten generell immer frisch zubereitet und verzehrt werden - vor allem solche, die einen hohen Proteingehalt aufweisen. Seien Sie vorsichtig mit Resten die älter als zwei oder drei Tage sind.


Alkohol

Manche Menschen bekommen durch jeglichen Alkoholkonsum Migränen. Andere wiederum nur von Rotwein (vor allem Chianti), was allerdings an den im Wein enthaltenen Chemikalien liegt, nicht am Alkohol. Menschen, bei denen Rotwein Migräne auslöst, bekommen meist auch von Schokolade Kopfschmerzen.


Konsultieren Sie in jedem Fall Ihren Arzt und/oder Apotheker bezüglich Ihres Alkoholkonsums, da viele Medikamente auf Alkohol reagieren.


Migräne Auslöser können einen additiven Effekt haben. Übermüdung und das Auslassen einer Mahlzeit sind Faktoren, die getrennt voneinander zu einer Migräne führen können. Wenn Sie nicht genug geschlafen haben und es am Morgen so eilig haben, dass Sie das Frühstück ausfallen lassen, ist es allerdings noch wahrscheinlicher, dass Sie von einer Migräne heimgesucht werden.


Für Frauen gilt: Viele Frauen, die unter Migräne leiden, reagieren vor ihrer Menstruation stärker auf die verschiedenen Auslöser. Lebensmittel, die in der Woche nach der Periode gut bekömmlich sind, können in den Tagen davor eine Migräne hervorrufen.


Vorteile einer pflanzlichen Ernährung

Das amerikanische Journal of Headache and Pain veröffentlichte eine Studie, die zu dem Ergebnis kam, dass eine pflanzliche Diät Kopfschmerzen reduzieren kann. Die Intensität der Schmerzen der Studienteilnehmer sank beachtlich, wenn sie sich pflanzlich ernährten. Die Schmerzreduzierung ist wahrscheinlich auf das Weglassen der Migräneauslöser (Fleisch und Milchprodukte) und auf die durch die Ernährungsumstellung herbeigeführte Gewichtsreduzierung und Hormonveränderung zurückzuführen.




Quellen:

MacGregor EA. Migraine. Ann Intern Med. 2017 Apr 4;166(7):ITC49-ITC64..

Finocchi C, Sivori G. Food as trigger and aggravating factor of migraine. Neurol Sci. 2012 May;33 Suppl 1:S77-80.

Physicians Committee for Responsible Medicine: “Migraine Diet: A Natural Approach to Migraines.”

Journal of Headache and Pain

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